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EMPFEHLUNGEN ZUR PROBENAHME VON GUSSTEILEN

27.03.2013

Dieses Handbuch wurde mit dem Ziel erstellt, die Methoden zur Probenahme von Material (gemeinhin Proben genannt) zu erläutern, welche die mechanischen und metallografischen Eigenschaften der Gussteile aufzeigen, sowohl bei Grauguss als auch Sphäroguss.

EMPFEHLUNGEN ZUR PROBENAHME VON GUSSTEILEN –  MECHANISCHE EIGENSCHAFTEN

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Inhalt

    • 1.     EINLEITUNG 
    • 2.     BEGRIFFE UND DEFINITIONEN 
    • 3.     UNE-EN 1561:2011 “GIEßEREIWESEN – GUSSEISEN MIT LAMELLENGRAPHIT”

4.      UNE-EN 1563:2011 “GIEßEREIWESEN – GUSSEISEN MIT KUGELGRAPHIT” 


 1.     EINLEITUNG

Dieses Handbuch wurde mit dem Ziel erstellt, die Methoden zur Probenahme von Material (gemeinhin Proben genannt) zu erläutern, welche die mechanischen und metallografischen Eigenschaften der Gussteile aufzeigen, sowohl bei Grauguss als auch Sphäroguss.

Die Bewertung der mechanischen Eigenschaften des Materials erfolgt in bearbeiteten Proben aus: unabhängigen Probestücken, mit dem Teil verbundenen Probestücken, im Teil eingebetteten Probestücken und/oder aus dem Teil geschnittenen Probestücken.

Aufgrund der Art und Größe der bei Fumbarri gegossenen Teile empfehlen wir bei der Bewertung der mechanischen Eigenschaften des Materials stets im Teil eingebettete Proben zu verwenden, da diese die Teileeigenschaften am besten verkörpern.

Derzeit gibt es zwei Richtlinien, in denen die Methodik zur Definition von Probestücken festgelegt wird. Hierbei handelt es sich um die Normen: UNE-EN 1561:2011 “Gießereiwesen – Gusseisen mit Lamellengraphit und  UNE-EN 1563:2011 “Gießereiwesen – Gusseiesen mit Kugelgraphit”.

2.     BEGRIFFE UND DEFINITIONEN

–            Gussprobe: Eine bestimmte Menge an Gußmaterial, die das Gießmaterial verkörpert, einschließlich unabhängigen Proben, verbundenen Proben und im Teil eingebettete Proben. Aus diesen Probestücken erzielt man durch Bearbeitung die Testprobe.

–            Unabhängiges Probestück: Unter repräsentativen Herstellungsbedingungen und Materialtyp in einer unabhängigen Sandform gegossenes Probestück.

–            Mit dem Teil verbundenes Probestück: Mit einem gemeinsamen Füllsystem neben das Teil in die Gussform gegossenes Probestück.

–            In das Teil eingebettetes Probestück: Direkt mit dem Gussteil verbundenes Probestück. Bei Fumbarri empfehlen wir die Verwendung dieses Systems der Probenahme.

–            Bestimmende Wandstärke: Die für die Gussteile repräsentative Wandstärke, die festgelegt wird, um die Größe der Gussproben zu bestimmen, für die die mechanischen Eigenschaften angewendet werden.

 

3.     UNE-EN 1561:2011 “Gießereiwesen – Gusseisen mit Lamellengraphit

3.1            Zugkraft- und HB – Härteeigenschaften von Grauguss, gemessen an bearbeiteten Proben aus Gussprobestücken.

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* Für bestimmende Wandstärken von t>100mm werden die Gusstypen nicht nach ihrer Härte eingeteilt. Die Härte nimmt in dem Masse ab, in dem die bestimmende Stärke zunimmt. Für weitere Informationen zur Härte, siehe Richtlinie UNE-EN 1561:2011 “Gießereiwesen – Gusseiesen mit Lamellengraphit (Grauguss)”.

3.2            Definition der Probestücke für den Zugversuch

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Abbildung 1 Typ 1: Im Teil eingebettetes Probestück

3.3            Zusatzinformationen zu den physikalischen und mechanischen Eigenschaften der Probestücke mit einem Brutto-Gussdurchmesser von 30 mm.

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1 MPa entspricht 1 N/mm2

3.4            Platzierung des Probestücks im Teil

Das Probestück wird in horizontaler Position auf die Arbeitsfläche der Form geklebt (Sichtseite). Es sollte niemals auf der Unterseite des Unterbaus, im Innern der Gehäuse oder in vertikaler Richtung platziert werden, da das Füllen der Gussform die Materialeigenschaften verändern kann.

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3.5            Fehler in den Probestücken

Für Grauguss sollte nur die Geometrie der zuvor gezeigten Probestücke angewendet werden, da andernfalls die erzielte Probe nicht repräsentativ für die Materialeigenschaften sein wird. Ein häufiger Fehler ist es, Proben für Sphäroguss in Grauguss zu verwenden.

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FEHLER: Sphäroguss-Probe, platziert auf einem Grauguss-Unterbau.

Ein häufig auftretender Fehler ist es, die Probestücke im Innern der Gehäuse oder in vertikaler Position zu platzieren. Die sollte vermieden werden, da das Füllen der Gussform oder die Rückstände der Polystyrolverbrennung sich im Innern der Proben ablagern, was dazu führt, dass diese für den vorgesehenen Zweck, nämlich die Teileeigenschaften und deren bestimmende Stärke darzustellen, unbrauchbar sind.

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FEHLER: Sphäroguss-Probe, platziert auf einem Grauguss-Unterbau im Innern eines Gehäuses.

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FEHLER: Sphäroguss-Probe, platziert auf einem Grauguss-Unterbau in vertikaler Richtung.

 

4.     UNE-EN 1563:2011 “Gießereiwesen – Gusseisen mit Kugelgraphit

4.1            Zugkraft- und HB- Härteeigenschaften von Sphäroguss, gemessen an bearbeiteten Proben aus Gussprobestücken.

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4.2            Definition der Muster für den Zugversuch

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Abbildung 5 Im Teil eingebettete Probestücke Typen C und D

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4.3            Weitere Informationen zu den Eigenschaften von Sphäroguss.

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4.4            Platzierung des Probestücks im Teil

Das Probestück wird in horizontaler Position auf die Arbeitsfläche der Form geklebt (Sichtseite). Es sollte niemals auf der Unterseite des Unterbaus, im Innern der Gehäuse oder in vertikaler Richtung platziert werden, da das Füllen der Gussform die Materialeigenschaften verändern kann.

4.5            Fehler in den Probestücken

Für Sphäroguss sollte nur die Geometrie der zuvor gezeigten Probestücke angewendet werden, da andernfalls die erzielte Probe nicht repräsentativ für die Materialeigenschaften sein wird.

Die Probestücke dürfen niemals im Innern der Gehäuse oder in vertikaler Position platziert werden, da sich die Rückstände der Polystyrolverbrennung in den Proben ablagern und die Materialeigenschaften verändern würden.

Die Probestücke sollten nicht an die Kopien oder Profile geklebt werden, da hierdurch Hot Spots erzeugt würden, die zu Schrumpfungsdefekten (Lunkern) führen können.

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FEHLER: In vertikaler Richtung des Teils und im Profil-Bereich platzierte Probe.

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FEHLER: In vertikaler Richtung und im Innern eines Gehäuses platzierte Probe.

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FEHLER: Das Probestück entspricht nicht den Normmassen und ist im Profil-Bereich platziert.

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FEHLER: Das Probestück ist im Kopie-Bereich platziert.

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FEHLER: Das Probestück ist im Kopie-Bereich platziert.

Gezeichnet:

Ignacio Martínez Del Agua

Qualitätsleiter

Fundiciones Fumbarri-Durango